Meine Arbeitssuche in K̶ö̶l̶n̶ Kanada

Zweieinhalb Wochen bin ich bereits in Vancouver. Seitdem hat sich viel getan. Doch damit alles gut verlief, brauchte es eine Jobsuche, die bereits in Deutschland startete.

Im April lebte und arbeitete ich noch in Köln. Ich lebte in bester Lage und fußläufig zum Kölner Dom. Besonders Letzteres wird unter Kölnern sehr geschätzt. Über die letzten Monate hatte ich mich bei mehreren Unternehmen in der Umgebung beworben, da ich meinen derzeitigen Beruf wechseln wollte. Ich interessiere mich für frei verfügbare Software und Webentwicklung (das Programmieren von Seiten im Internet). Beides ist mir sehr wichtig. Durch meine berufliche Arbeit möchte ich zum Erfolg dieser Themen beitragen.

Ende April wurde mir ein Arbeitsvertrag in Köln als Linux-Administrator angeboten. Dies war eine Möglichkeit, auf die ich schon lange gewartet hatte. Der neue Arbeitgeber war erheblich kleiner als mein ehemaliger, aber brachte einen großen Kundenstamm und viel Erfahrung mit. Am Abend des Angebots besprach ich die Neuigkeit mit meiner kanadischen Freundin Victoria. Wir waren seit 15 Monaten zusammen, aber lebten durch 8.000 Kilometer getrennt in einer Fernbeziehung. Dies sollte sich ändern, doch stand im Konflikt mit einem neuen Beruf in Köln. Mir wurde klar, dass sie zu diesem Zeitpunkt nicht bereit war, nach Köln umzuziehen.

Ich lehnte das Angebot ab und bewarb mich stattdessen auf ein Arbeitsvisum in Kanada. Unter dem Programm „International Experience Canada“ gibt es das Angebot „Working Holiday“, welches im Alter von 18 bis 35 erlaubt, in Kanada ohne festen Arbeitgeber zu leben und zu arbeiten. Üblicherweise wird vor der Bewerbung auf ein Visum ein unterschriebener Arbeitsvertrag benötigt. Durch „Working Holiday“ konnte ich dies umgehen und mich parallel in Kanada auf Berufe und das Visum bewerben. Für beides musste ich im Vorfeld viele Dokumente anfertigen. Bewerbungen an der Westküste Kanadas werden in Englisch verfasst. Persönliche Informationen werden in Nordamerika ausgelassen.

Nanaimo, Victoria und Vancouver auf der Karte

Anfangs stand nicht fest wohin Victoria und ich ziehen würden. Sie hatte eine Anstellung in Nanaimo, wo wir 2016 studierten. Die Stadt birgt jedoch weder für sie noch mich gute Karrierechancen. Im Süden von Vancouver Island befindet sich die Hauptstadt der Provinz Britisch Kolumbien. Bei einem früheren Besuch machte die Stadt einen sehr guten und lebenswerten Eindruck auf mich. Die Innenstadt ist wunderschön und fußläufig wie Köln. Doch sicherlich die größten Chancen für uns beide bat Vancouver, weshalb ich meine Bewerbungen auf diese Großstadt auf dem Festland fokusierte.

Victorias großer Bruder Jon half mir die richtige Form für meine Bewerbungen zu finden. Trotzdem dauerte es lange bis ich Rückmeldungen erhielt. Vor einem Monat dann schrieb mich Tony von 7Geese (deutsch: sieben Gänse) an, er sei auf meine Bewerbung aufmerksam geworden. Zur Zeit meiner Bewerbung war der Arbeitgeber vor allem durch moderne Technologien in der Webentwicklung aufgefallen. Tony nahm sich viel Zeit für meine Fragen über die Arbeit und wir hatten ein Vorstellungstelefonat aus Vancouver nach Köln.

Das Büro von 7Geese befindet sich im Gebäude 55 der Water Street im alten Stadtteil Gastown.

Während der letzten Wochen in Köln hatte ich ein Videotelefonat mit einem der Entwickler und ich wurde zu einem weiteren Interview eingeladen. Dieses dritte Interview sollte in Person in Vancouver stattfinden. Ich kam am Mittwoch Abend (12.07.2017) in Vancouver an und hatte mein Gespräch am Freitag, den 14ten. Das Interview sollte durch Programmieraufgaben meine Fähigkeiten prüfen. Dave und Max stellten mir Aufgaben zu JavaScript und React – zwei Technologien, mit denen ich sehr gerne arbeiten wollte. JavaScript kannte ich seit Jahren und React hatte ich intensiv in den vorhergehenden Wochen gelernt. Das Interview verlief zu meiner vollsten Zufriedenheit. Nach einigen Tagen lud man mich zum Mittagessen ein. Im Anschluss sollte das vierte und letzte Interview mit dem CEO von 7Geese stattfinden.

Gastown wirkt sehr europäisch.

Mitte Juli hatte ich noch Alternativen bei der Arbeitgeberwahl, aber mir war klar, dass ich bei keiner dieser Alternativen so glücklich sein würde wie bei dieser. Die Gespräche liefen super, aber ich wurde nervös, weil viel auf dem Spiel stand. Gespannt wartete ich den Termin des Mittagessens ab. Bis dahin verbrachte ich ein paar schöne Tage in Vancouver.

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